Baumlose Sättel

Was sind baumlose Sättel?:

Bei baumlosen Sätteln handelt es sich um Sättel ohne Sattelbaum. Als Sattelbaum wird die meist hölzerne Innenkonstruktion des Sattels bezeichnet. Ein Sattelbaum hat die Aufgabe, den Sattel in seiner Lage zu stabilisieren und das Reitergewicht bestmöglich zu verteilen, um punktuellen Druck am Pferderücken zu vermeiden. Da ein Sattelbaum aus Holz nicht flexibel ist, muss der Sattel perfekt sitzen und vor allem die Wirbelsäule freilegen um dem Pferd die nötige Bewegungsfreiheit zu bieten.
Besonders bei Pferden die eine schwierige Sattellage oder bereits Druckstellen vom Sattel haben, angespannt unter ihrem Sattel laufen oder aber jung sind und sich körperlich noch verändern werden, kann ein baumloser Sattel eine sehr gute Alternative sein. Durch den fehlenden Sattelbaum sind diese Sättel viel flexibler, sodass sie für mehr Schulter- und Bewegungsfreiheit sorgen, gleichzeitig schützt das Stützsystem den Pferderücken. Darüber hinaus passen sich baumlose Sättel durch die Wärme des Pferdes mit der Zeit an dessen Bewegungsapparat an.
Angepasst werden baumlose Sättel über die Sattelunterlagen, die mit Hilfe von Einlagen individuell und kinderleicht aufgepolstert werden können.

Baumloser Sattel im Gebrauch auf Pferderücken
Baumloser Sattel im Gebrauch auf Pferderücken

Vor- & Nachteile baumloser Sättel:

Vorteile: Befürworter von baumlosen Sätteln hingegen schätzen die Bewegungsfreiheit und Flexibilität der Sättel. Es gibt keinen festen Baum der auf die Schulter des Pferdes drücken kann und der Sattel passt sich auch bei Veränderungen der Muskulatur dem Pferderücken an, was besonders bei jungen oder aber sich häufig verändernden Pferden von Vorteil ist. Durch das einfache Schutzsystem in der Sattelunterlage können Einlagen beliebig gewechselt und somit die Polsterung verändert werden. Gerade Reiter/innen, die gerne ohne Sattel reiten schätzen baumlose Modelle, da sie die Bewegungen des Pferdes direkt weiter transportieren und das Gefühl von Nähe zum Pferderücken vermitteln. Auch preislich überzeugen baumlose Sättel viele Reiter/innen, die sich keinen Maßsattel für mehrere Tausend Euro leisten können. Last but not least überzeugt ein baumloser Sattel durch sein Gewicht, welches durch den fehlenden Sattelbaum deutlich unter den klassischen Sätteln liegt.

Nachteile: Einige Kritiker stören sich gerade an der Flexibilität baumloser Sättel. So sagen sie, dass baumlose Sättel das Reitergewicht nicht ausreichend verteilen und durch die Steigbügelaufhängung oder aber die Sitzbeinhöcker des Reiters/ der Reiterin ein punktueller Druck auftreten könne. Das Pferd wird so einseitig belasten und es kann, besonders durch extreme Nutzung, zu Schäden an der Wirbelsäule kommen. Daher sind baumlose Sättel für das professionelle Springreiten nicht geeignet. Für Freizeit- und Langstreckenreiter sind diese Effekte allerdings zu vernachlässigen bzw. werden sie durch den guten Sitz sowie das leichte Gewicht der baumlosen Sättel kompensiert.
Ebenso gibt es Einschränkungen beim Aufsteigen. Durch die hohe Flexibilität baumloser Sättel sollte zum Aufsteigen eine Trittleiter verwendet werden, da der Sattel sonst zu sehr zur Seite rutscht.

Hier noch mal Zusammengefasst:
+ Bewegungsfreiheit & Flexibilität
+ Kein fester Baum der auf die Pferdeschulter drücken kann
+ Baumlose Sättel können sich Muskulaturveränderungen anpassen
+ Einfaches Wechseln von Einlagen und Polsterungen
+ Größere Nähe zum Pferd, da Bewegungen direkter weitergeleitet werden
+ Geringeres Gewicht als bei klassischen Sätteln
+ Preislich günstiger als ein maßgefertigter Sattel und trotzdem dem Pferderücken angepasst

– Für professionelles Springreiten ungeeignet, da hier einseitige Belastungen auftreten können
– Das Reitergewicht wird ungleichmäßiger verteilt (dafür ist das Gesamtgewicht jedoch geringer)
– Aufstieg auf das Pferd wird erschwert

Größe des baumlosen Sattels bestimmen:

Wer die perfekte Größe des baumlosen Sattels bestimmen will, um so sein Pferd so schonend wie möglich zu reiten, kann sein Pferd wie folgt ausmessen:

Modellbeispiele

Einstiegsmodell, ein Baumloser Fellsattel, ein Baumloser Westernsattel und eine Profivariante: